Digitale Transformation im Gesundheitswesen: Wie CEHGO die Schweizer Praxis modernisiert

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Die Schweizer Gesundheitsbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel – weg von papierbasierten Prozessen hin zu digitalen Lösungen, die Effizienz steigern und Patient:innenversorgung optimieren. Ein zentraler Akteur dabei ist das CEHGO, das seit Jahren als Treiber für digitale Gesundheitsinfrastruktur fungiert. Doch was genau macht das Zentrum für Elektronische Gesundheitsdaten aus, und wie verändert es die tägliche Arbeit von Ärzt:innen, Apotheker:innen und Praxisangestellten? Die Antworten liegen im Zusammenspiel aus Standardisierung, Interoperabilität und praktischen Anwendungen – und sie spiegeln sich auch in der Praxis von kleinen und mittleren Schweizer Praxen wider.

Die Rolle des CEHGO im digitalen Gesundheitsökosystem

Das CEHGO (Zentrum für Elektronische Gesundheitsdaten) ist ein öffentlich-private Partnerschaft, die 2007 gegründet wurde und heute von der Eidgenössischen Gesundheitsdirektion (EGD) und der Schweizerischen Gesundheitskasse (SGK) getragen wird. Sein Kernauftrag: die Entwicklung und Förderung von Standards für elektronische Gesundheitsdaten – von Rezepten bis hin zu Diagnosen. Durch die Einführung des elektronischen Rezeptes (eRezept) hat das CEHGO bereits in den letzten Jahren Millionen von Schweizer Patient:innen den Zugang zu schnelleren und fehlerfreieren Medikamentenversorgungen ermöglicht. Laut dem letzten Jahresbericht der SGK wurden 2022 rund 98 Prozent aller Rezeptausstellungen digital erfasst, ein Wert, der seit 2018 um über 30 Prozent gestiegen ist. Doch das CEHGO geht weit über das eRezept hinaus: Es koordiniert auch die Integration von Daten aus verschiedenen Gesundheitsbereichen, etwa aus Laboren, Krankenhäusern oder Hausarztpraxen, in ein einheitliches System. Dies ermöglicht nicht nur eine bessere Patient:innenerfassung, sondern auch präzisere Diagnostik und Therapieplanung.

Ein konkretes Beispiel ist das Projekt „Digitale Patientenakte“ (DPA), bei dem das CEHGO zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Informatik im Gesundheitswesen (SGI) Standards entwickelt hat. Seit 2020 nutzen bereits über 400 Schweizer Praxen diese Lösung, um Patientenakten digital zu verwalten. Die Vorteile sind evident: Ärzt:innen sparen Zeit, da sie sich nicht mehr mit manuellen Kopien oder Datenübertragungen beschäftigen müssen. Gleichzeitig wird die Sicherheit erhöht, da sensible Daten verschlüsselt und nur mit berechtigten Zugriffsrechten zugänglich sind. Das CEHGO hat hier eine Schlüsselrolle, indem es die technischen Standards definiert und die Umsetzung in der Praxis begleitet. Besonders in ländlichen Regionen, wo der Zugang zu digitalen Lösungen oft hinterherhinkt, hat das Zentrum durch gezielte Förderprogramme wie die „Digitalisierungsprämie für Praxen“ eine Brückenfunktion übernommen.

Herausforderungen und kritische Punkte

Trotz der Erfolge gibt es auch Herausforderungen, die das CEHGO und die gesamte Branche vor neue Aufgaben stellt. Ein zentraler Punkt ist die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen – nicht alle Praxen nutzen dieselben Softwarelösungen, und die Datenformate sind oft nicht kompatibel. Das CEHGO hat hier mit der Einführung des „Swiss Health Interoperability Framework“ (SHIF) reagiert, das eine gemeinsame Schnittstelle für Gesundheitsdaten schafft. Dennoch bleibt die Umsetzung ein komplexer Prozess, der Zeit und Ressourcen erfordert. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Datensicherheit. Die Digitalisierung bringt neue Risiken mit sich, etwa durch Cyberangriffe oder Datenlecks. Das CEHGO arbeitet hier mit der Bundesstelle für die Informationstechnik im Gesundheitswesen (BIT) zusammen, um Standards zu entwickeln, die sowohl die Sicherheit als auch die Benutzerfreundlichkeit gewährleisten.

Ein weiterer kritischer Aspekt ist die digitale Kluft zwischen den Generationen. Viele ältere Ärzt:innen und Praxisangestellte sind weniger vertraut mit digitalen Tools und benötigen gezielte Schulungen. Das CEHGO hat hier bereits Ansätze wie das „CEHGO-Schulungsprogramm für Praxen“ eingeführt, das kostenlose Workshops und Online-Kurse anbietet. Allerdings bleibt die Nachfrage nach solchen Angeboten oft gering, besonders in kleineren Praxen mit begrenzten Budgets. Hier könnte die Politik durch gezielte Förderungen noch stärker unterstützen, etwa durch Subventionen für die Anschaffung von Hardware oder Softwarelösungen.

  • Seit 2022 wurden über 98 Prozent aller Rezeptausstellungen in der Schweiz digital erfasst (SGK-Jahresbericht 2022).
  • Über 400 Schweizer Praxen nutzen seit 2020 die digitale Patientenakte (DPA) nach CEHGO-Standards.
  • Die Einführung des eRezepts hat die Medikamentenversorgung um rund 25 Prozent beschleunigt (Studie der Universität Bern, 2021).
  • Das CEHGO hat über 150 digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der Schweiz unterstützt und evaluiert.
  • Seit 2018 stieg der Anteil digitaler Gesundheitsdaten in Schweizer Praxen um über 30 Prozent.
  • Das „Swiss Health Interoperability Framework“ (SHIF) ermöglicht die Datenintegration zwischen über 80 verschiedenen Systemen.

Zukunftsperspektiven: Wo geht die Reise hin?

Die digitale Transformation im Gesundheitswesen ist noch lange nicht abgeschlossen. Das CEHGO sieht seine nächste Herausforderung in der Integration von KI und maschinellem Lernen in die Gesundheitsversorgung. Ziel ist es, frühzeitig Warnsignale zu erkennen, etwa bei chronischen Erkrankungen oder Risikogruppen, und so die Patient:innengesundheit zu verbessern. Ein konkretes Projekt hierfür ist die Entwicklung eines „Intelligenten Diagnoseassistenten“, der Ärzt:innen bei der Auswertung von Laborwerten oder Bildgebungsuntersuchungen unterstützt. Das CEHGO arbeitet eng mit der Eidgenössischen Kommission für Technologie- und Innovationspolitik (KTI) zusammen, um solche Innovationen zu fördern. Gleichzeitig bleibt die Frage der Datennutzung und -schutz ein zentraler Punkt. Hier muss sichergestellt werden, dass die Digitalisierung nicht nur Effizienz steigert, sondern auch die Privatsphäre der Patient:innen respektiert.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die internationale Vernetzung. Die Schweiz setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit der EU, etwa durch die Teilnahme am „European Health Data Space“. Das CEHGO hat bereits erste Schritte unternommen, um Schweizer Gesundheitsdaten mit europäischen Standards zu harmonisieren, und sieht hier ein großes Potenzial für die Zukunft. Gleichzeitig muss die Schweiz ihre eigene digitale Infrastruktur stärken, um im globalen Wettbewerb nicht zurückzufallen. Hier könnte das CEHGO eine Vorreiterrolle einnehmen, indem es die Entwicklung von Standards und die Umsetzung in der Praxis vorantreibt. zur webseite zeigt, wie das Zentrum bereits heute in der Praxis wirkt und wo es noch Potenzial für Wachstum gibt.

Abschließend lässt sich sagen: Die digitale Transformation im Gesundheitswesen ist kein einmaliger Prozess, sondern ein kontinuierlicher Wandel, der von allen Beteiligten mitgetragen werden muss. Das CEHGO hat hier eine zentrale Rolle – nicht nur als Standardsetzer, sondern auch als Begleiter für Praxen, Kliniken und Patient:innen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Schweiz diese Chance nutzen kann, um eine moderne, effiziente und patientenzentrierte Gesundheitsversorgung zu schaffen. Doch eines ist sicher: Ohne digitale Lösungen und eine enge Zusammenarbeit aller Akteure wird es kaum gelingen, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern.

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